Piemont/Ligurien - August 2010

Westalpentour mit Landy, Andy und Ju. Anhand des Denzels (Grosser Alpenstrassenführer) und dem Internet hab ich 5 Strecken ausgewählt: Col du Sommeiller, Assietta-Kammstrasse, Varaita-Maira-Kammstrasse, Col du Parpaillon und Ligurische Grenzkammstrasse.

Tag 1: Anfahrt

Am ersten Tag fuhren wir von Schaffhausen aus, über Genf, Annecy und durch den Frejus Tunnel in Richtung Rochemolles. Kurz nach Rochemolles war die Strasse nur noch geschottert, aber auch für jegliche italienische PKWs gut befahrbar. Auf dem Weg zum Col de Sommeiller übernachteten wir im Rifugio Scarfiotti auf 2165m. Ab dem Rifugio ist die Strasse vom Col de Sommeiller von Freitag bis Sonntag von 9-17 Uhr gesperrt.

Tag 2: Col du Sommeiller und Assietta Kammstrasse

Die Anfahrt zum Col du Sommeiller führt durch grüne Wiesen hinauf in eine karge Berglandschaft, die ich nur von Wanderungen zu SAC Hütten kannte - einfach traumhaft. Auf dem höchsten anfahrbaren Punkt der Westalpen (3005m) assen wir Frühstück. Die Strecke war von anderen 4x4 Fz und Motorradfahren gut besucht. Was auch nicht wundert, mein garmin Navi erkannte den Weg auf 3000m als normale Route.

Weiter gings nach Susa und über die Assietta Kammstrasse. Die Anfahrt zur Kammstrasse ist gut beschildert, was sich in einem sehr guten Zustand der Strecke wiederspiegelt. Die Strecke ist einfach zu befahren. Gemäss Anschlag sei die Strasse am Samstag und Mittwoch geschlossen (2010). Leider war unsere Aussicht durch Nebel getrübt. Irgendwann kreuzte uns ein Holländer mit einem neuen Volvo V70 - naja, ganz ohne Kratzer am Unterboden wird seine Fahrt sicherlich nicht abgelaufen sein.

In Sestriere angekommen fuhren wir noch ca. 100km bis nach Rossanna, wo wir in Lemma bei einem öffentlichen Rastplatz, hinter einer Kirche, einen idealen Übernachtungsplatz gefunden haben.

Tag 3: Varaita-Maira-Kammstrasse und Vallone d'Elva

Hinter Lemma gewannen wir über die einspurige zuerst geteerte, dann nur noch geschotterte Strasse schnell an Höhe. Die Strasse ist leicht anspruchsvoller als die Assietta Kammstrasse, aber ich denke für den italienischen Fiat Panda immer noch befahrbar. Am Colle del Birrone kann man sich im Gipfelbuch eintragen, wobei man ca. 10m ab Fahrzeug zu Fuss gehen muss.

Am Colle di Sampeyre angekommen, sehr touristisch, entschlossen wir eine Schlaufe über das Vallone d'Elva zu drehen. Es hat sich gelohnt, einfach nur empfehlenswert. Die Extraschlaufe über Elva, das Vallone d'Elva und dann über Stroppo wieder zum Colle di Sempeyre lohnt sich.

Über den Col d'Agnel - schöne asphaltierte Passstrasse, die sich steil auf 2744m hinaufkämpft - ging es nach Embru und dann weiter Richtung Col du Parpaillon. Kurz nach La Chalp haben wir unser Dachtzelt im Wald aufgeschlagen. Diverse Fahrzeuge kreuzten unser Nachtlager und auch der Herr vom Forstamt hat uns freundlich mit einem "Bonne nuit" gegrüsst. Sehr freundliche und offene Menschen.

Tag 4: Col du Parpaillon

Und wieder gings es durch die Wälder in die karge Bergwelt. Diesesmal kam uns ein Peugeot 307 entgegen - klar, wir sind ja auch in Frankreich. Bei der Bergfahrt fragte ich mich immer wieder, wie wir es über diese Bergkette schaffen - ein Tunnel ist des Rätsels Lösung. Auf 2632m führt ein ca. 500m langer Tunnel auf die andere Bergseite - danke General Zede. Die Strasse ist wiederum einfach befahrbar, wenn man die Grundregeln des 4x4 Fahrens einhält. "So langsam wie möglich und so schnell wie nötig" und bei Bergabfahrten die Motorenbremse verwenden.

Vom Tal aus ging es weitere 100km nach Limone, nahe zur Auffahrt der Ligurischen Grenzkammstrasse.

Tag 5: Nordteil der Ligurischen Grenzkammstrasse gesperrt.

Da die Ligurische Grenzkammstrasse kurz nach dem Fort Central nur mit Sonderbewilligung zu befahren war, entschlossen wir uns mit schwerem Herzen die Fahrt über den Kamm nach San Remo abzusagen. Ich denke, dass der Abend am Dorffest von Limone und de Metteo nicht unschuldig daran waren. Wir hatten alle drei ein Verlangen nach Aspirin am Tage danach.

Wir fuhren nach Locarno und genossen den Abend am Film Festival auf der Piazza Grande.

Tag 6: Stau vor dem Gotthard

Am Freitag ging es wieder Richtung Schaffhausen. Aber ich komme sicherlich wieder. Es gibt noch so vieles zu entdecken und zu befahren. Einfach traumhaft - aber bitte bleibt auf den Wegen und sammelt euren Müll ein, ich hoffe das die Westalpen noch lange ein Paradies für Offroad Touren bleiben.


Meine Tourplanung von Schaffhausen nach San Remo als GPS Datei (linke Maustaste - Link speichern unter):

  • .gps Datei (333 kb)
  • .gpx Datei (876 kb)
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