El Chott 2014 - Oktober 2014

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Den Range hatte ich 2014 bereits zweimal während einer Rallye leicht ramponiert. Somit nahm ich die Anfrage als Beifahrer bei der Sahara el Chott Rallye gerne an. Obwohl das Fahrzeug ein Toyota HDJ80 war. Nach einer ersten Sichtung der Strecken wurde mir klar, die El Chott ist ein anderes Kalibier als die Tuareg Rallye. Naja, der Toyota wird dies schon aushalten!

17.10.2014: Die Teilnehmer und Organisation traffen ist zur technischen Abnahme in Voghera/IT und die GPS Geräte wurden eingebaut. Die GPS Geräte zeigen in Notfällen die Position der Fahrzeuges an.

18.10.2014/19.10.2014: Fähre von Genua nach Tunis und Transfer 235km Transfer nach Mahdia ins Hotel.

Rallyemagazin vom Veranstalter mit Streckenangaben und Bildern.

Tag 1: Nach einer Transferstrecke von 250km wurde innerhalb eines 12km Prologue die Startreihe festgelegt. Die ersten 12km als Beifahrer zeigten, der Job ist gar nich so einfach. Ev war ich doch immer etwas vorlaut gegenüber meinem Beifahrer. Von El Hamma führte die erste Etappe über 205km nach Ksar Ghilane. Harald (der Pilot) meinte noch vor dem Start - was er wirklich hasst ist Reifenwechseln. Nach 20km in der Wertung war die erste Felge durch einen Stein auch schon zerschliessen. Und wie es so ist, passte die Nuss des Radwechselschlüssel nicht auf die Radschraube. Schlussendlich mussten wir den Reifen mit einer kleinen Ràtsche tauschen - hat geklappt und der Besen-LKW hat nett auf uns gewartet. Wir erreichten das Ziel noch in der Vorgabezeit, waren auch ganz gut unterwegs. Bis die Nacht kam und wir uns kurz vor Ksar Ghilane zweimal ziemlich heftig im Dunkeln festfuhren. Naja, nach zwei Bier war auch dieser erste kleine Frust wieder gelöscht.

Tag 2: 285km Wertung und ca 40km Dünen. Was sind schon 40km Dünen. Mhh, können heftig sein, wenn man sich ca 15x eingräbt und bei 40°C Hitze. Beim xten Mal Toyota freischaufeln fing ich etwas über den Fahrstill meines Piloten an vor mir her zu fluchen. Harald streckte plötzlich seinen Kopf hinter dem Auto hervor - ich hör dich, die Gegensprechanlage ist noch an. Irgendwie schafften wir es aus den Dünen und mussten wegen abgelaufener Zeit nach CP2 aufhören - wie die meisten Autos. Der Sand war wirklich weich. Nach einem kleinen klärenden Gespräch, dass meiner Meinung etwas mehr Gas in den Dünen zu wenige Schauffelarbeit führe, wurde wieder Bier getrunken.

Tag 3: In 224km Wertung ab nach El Borma. Die ersten Kilometer durch die Dünen verliefen komplett schaufelfrei - unser Gespräch hat gefruchtet. Mehr Gas und der 4.2L Turbo Dieselmotor wühlt sich mit dem enormen Drehmoment überall durch. Die letzten 150km folgen wir über die Piste nach El Borma.

Tag 4: Kampf in den Dünen. Von El Borma aus ging es Richtung Norden. Ja, auch in Tunesien gibt es grosse Dünen, mit viel weichem Sand. Aber irgendwie haben wir die ersten 80km durch die Dünen (geplant war eine Strecke von 150 Wertungskilometer) bis Dämmerung gemeistert. Von 6 Autoteams schafften 3 die ersten 80km. 2 Teams übernachteten in den Dünen und ein Team kehrte um. Ich glaube wir haben uns nach diesen 80km bei den anderen Teams Respekt erarbeitet.

Tag 5: Rasende 376km Wertung nach Douz. Am Schluss fehlten uns 5min, um noch vor Ablauf des Zeitfenster im Kamelstation in Douz einzufahren. Wegen den vielen Kamelhügel, musste ich wohl 1x zu oft pinkeln.

Tag 6: Ruhetag im Hotel Touareg in Douz, wieder etwas Bier trinken.

Tag 7: Ging es über kleinere Umwege mit 308 Wertungskilometer wieder nach Ksar Ghilane. Die Dünen und die schnellen Pisten gingen langsam richtig gut - der Toyota ist gar nicht so schlecht und der 4.2L Turbodiesel würde sich hervorragend im Defender machen. Das Drehmoment ist der Wahnsinn.

Tag 8: Wieder Dünen und ein Knacken. Nein, bei einem Toyota kann keine Steckachse brechen, sowas passiert nur bei Landys! Etwas unglücklich in einer Düne hängen, stark einlenken und hinten und vorne Sperre drin - knack. So ein Steckachsenbruch (vorne) kann man nicht überhören. Ich meinte noch zu Harald, dass die Steckachse hin sei. Aber nicht doch bei einem Toyota. Somit weiter durch die Dünen, aber irgendwie mochte der Toyota nicht mehr so locker durch die Dünen steigen, auch mehr Gas brachte nichts. Erkenntnis, mitten in den Dünen gestrandet. Bergungssignal ausgelöst und danach kam eine Fahrt auf der Ladefläche eines LKWs, welche seinersgleichen in Achterbahnen sucht. Naja, den Kippwinkel des LKWs mit den ca 2.8 Tonne Toyota drauf, haben wir sicherlich ausgeschöpft. Nach 4h Heimtransport, endlich Bier in Ksar Ghilane und die Ernüchterung, die Stackache ist wirklich hin. Und da beim Toyota so was nicht kaputt geht, kein Ersatz.

Tag 9: Wir verbrachten den Tag beim Relaxen in der Oase und unser Serviceteam organisierte in Douz die Ersatzteile. Schade, die anderen Teams schwärmten von den schnellen 235km durch die Steppe.

Tag 10: In 185km ging es zuerst durch Dünen und danach durch die schnelle Steppe nach Kebili und der Toyota zeigte uns, dass er wieder funktionierte - Platz 3 in der Gesamtwertung! Vor uns nur der Rebel von Bernd Jäger und ein Polaris.

Tag 11: In den letzten 98 Wertungskilometer ging es nochmals über Stock und Stein ins Ziel. Platz 2 in der Car Modified Klasse. Für einen Land Rover Beifahrer in einem Toyota und seinen Piloten eine super Leistung.

Fazit - die El Chott Rallye verlang von einem wirklich alles ab und wer Sand mag, bekommt Sand zu sehen. Die 10 Wertungstage zeihen sich, aber am Schluss kann man wirklich Stolz auf seine Leistung sein. Irgendwann sicher mal wieder!

Baja Deutschland 2014 - Mai 2014

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Mit mal schauen und dem Ziel Durchzukommen fuhren wir zur Baja Deutschland 2014 bei Leizipg. Die anderen Teilnehmer des Daktec Team warnten uns noch vor den Kamikaze LKWs... Mhh, hab ja nicht ganz dran gelaubt, aber wenn man mit gegen 100 km/h durch den Wald hetzt und du plötzlich durch eine Mehrklangfanfare aufschreckt, heisst es nur noch Ausweichen und vorbei lassen. Sind schon ziemlich ehrgeizig die LKW-Fahrer und wo kein Weg ist wird ein neuer gemacht, 30cm dicke Bäume werden da einfach schnell platt gemacht. Vorteil, es gibt neue bessere Wege.

Tag 1: unsere grundsetzliche Einstellung hiess durchkommen. Die Strecke war von den Regentagen zuvor noch ziemlich aufgeweicht, aber etwas Schlamm muss sein. So gingen wir die ersten beiden der total 6 Runden à ca 28km eher gelassen an. Halfen einem Range Kollegen aus dem Schlamm, um uns bei dieser Aktion selber festzufahren. Aber die Ambitionen stiegen. Leider verfehlten wir die Zieleinfahrt noch in der gültigen Zeit um 4min. Mit Platz 54 von 103 gestarteten konnten wir ganz zu frieden sein. Der Benzinverbrauch lag bei 60L/100km - wohl etwas zu oft in der Untersetzung gefahren. Wo schlucken die 8 Zylinder dies nur hin?

An Tag 2 meisterten wir die erste Runde ohne Navigationsprobleme (auch hier werden wir stärker) und zogen so unseren Runden. Der Range wühlt sich mit seinem 4x4 überall durch. Im Vergleich zum Tag 1 fur ich heute alles im Strassengang und keine Probleme mit den Schlammpassagen. Die vielen Wellpisten wurden durch das Fahrwerk gut weggeglättet, aber mein Becken trug einen leichten Schaden davon - Becken wurde in der Zwischenzeit fachmännisch wieder in Position gebracht. Auch am Tag 2 wurde es knapp das Ziel noch innerhalb der Zeit zu erreichen und wir wurden schneller. Ein Stein zerstörte neben einer Felge auch die Illusion die ca 200km in der vorgeschriebenen Zeit zu bewältigen. Wir waren schlussendlich 9min zu spät im Ziel. Der Reifenschaden kostete uns durch das Wechseln somit 2 Strafstunden, da wir 2 Checkpoints nicht mehr angefahren haben. Aber unsere Konstanz zahlte sich aus - Im Gesamtergebnis Platz 34 von 103 Starter!

Tuareg Rallye - März 2014

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Die Tuareg Rallye 2014 fand in diesem Jahr zum zweiten Mal in Tunesien statt (ab 2015 wieder in Marocco). Zusammen mit dem Daktec Team reisten wir einige Tage zuvor nach Douz, um zu entspannen und die Fahrzeuge zu optimieren.

Der erste Renntag führe durch die Dünen um Douz. Wir starten etwas verhalten, hatten aber nach wenigen Minuten bereits mehrere Fahrzeuge aus der Profi Klasse eingeholt, die sich bei den ersten grossen Dünen deftig eingegraben hatten. Wir umfuhren die Stelle und kamen zügig voran. Dem Sieger der Amateurklasse halfen wir als unerfahrene Neulinge 3x aus dem Sand. Auf dem letzten grossen Dünenkamm hatte sich erneut ein Profifahrer mit seinem roten Evoque Bowler ziemlich ungeschickt eingegraben und wir mussten ihn umfahren. Leider bin ich etwas spät vom Gas und hab den kompletten Range bis auf die Bodenplatte eingegraben. Die ersten Versuche das Auto mit dem Hi-Lift anzuheben und dann die Sandbretter darunter zu platzieren scheiterten, weil der Hi-Lift defekt war. In der Zwischenzeit überholten uns immer mehr Fahrzeuge aus der Amateurklasse und nach schweissreichen 40min ging es auch bei uns endlich weiter. Mit 52 Minuten Rückstand auf den Tagessieger landeten wir auf Platz 9. Wenn wir den Engländer nicht 3x rausgezogen hätten und uns nicht festgefahren hätten...die Ambitionen stiegen.

Der zweite Renntag ging vermehrt über Piste und da zeigte der Range sein wahres Können. Das Fahrwerk ist genial, der Range fliegt über die Piste und klebt sogleich auf dem Untergrund. Innert 60min hatten wir 5 unserer Konkurrenten bereits überholt. Und dann passierte es - ich denke es war eine Mischung aus Übermotiviertheit und auch ein Navigationsfehler, da wir 300m vorher hätten abbiegen sollen - mit 110 km/h überholten wir ein weiteres Fahrzeug und zurück auf der Piste war die Strasse plötzlich komplett weggebrochen. Trotz Vollbremsung rasten wir mit 60-80 km/h in ein 1 Meter tiefes Loch. Der Einschlag war heftig, aber dank 6-Punktgurtsystem ist uns nichts passiert. Voll mit Adrenalin legte ich den Rückwärtsgang ein und fuhr ohne Probleme aus dem Loch. Was mich etwas stutzig machte, dass Lenkrad stand auf 7 anstatt auf 12 Uhr. Die Fahrt ging zügig weiter und wir überholten noch ein Fahrzeug. Beim ersten Checkpoint entdeckte ich den Schaden. Das linke Vorderrad stand ziemlich schräg und es lief Achsschenkel Öl aus. Die 20km Transferstrecke zum Checkpoint 2 legten wir gemütlich zurück und am Checkpoint angekommen wurde der Schaden begutachtet. Die Hoffnung, dass nur das Achschenkel Lager defekt war, wurde leider nicht bestätigt. Die ganze Achskugel sah ziemlich ausgeschlagen aus. Somit war an eine Weiterfahrt nicht zu denken und der Range wurde per LKW nach Gafsa transportiert. Die Ersatzteilsuche in Gasfa verlief erfolglos. Toyota Teile findet man überall aber Land Rover scheint nicht so beliebt zu sein. Die anderen Land Rover im Wettbewerb waren bereits mit der neuen Disco 2 Lenkung ausgestattet.

Tag 3, Start ohne uns. Auf dem Anhänger ging es mit dem Range nach Douz. Kompetent wurde der Schaden in der 4x4 Garage am Kreisverkehr repariert. Für mich ein Phänomen, wie oder besser wo sie all die Teile aufgetrieben haben. Zurück beim Team in Nefta kam die ernüchternde Neuigkeit vom Daktec Teamschef - der Range ist wieder Straßen tauglich, aber Offroad sollte ich damit nicht mehr fahren oder ich zerlege die Achse vorne noch komplett. Der Frust war tief und wir waren zu Touristen degradiert worden.

Tag 4-7 verbrachten wir mit Sonnenliegen, Biertrinken und Chillen. Es gab viele aufmunternde Worte von anderen Teilnehmern - ein Engländer meinte, dass er erst bei seiner 4. Tuareg Rallye das Ziel gesehen hat. Ein anderer Englänger offerierte mir seinen WIldcat auszuschlachten, da er eh hinüber sei - wahrer Rallyespirit. Es kann nur besser werden, denn wir kommen wieder.